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Reisebericht Korsika 2005

 

 

Wir konnten in diesem Jahr unseren Sommertörn kaum erwarten, sollte es doch ein Test für unser zukünftiges Leben an Bord  werden.

Deshalb musste auch unser Hund Lexi mit an Bord. Das Auto war schon bis an den Stehkragen voll und es konnte jederzeit losgehen.

Eine günstige Wetterprognose brachte uns dazu einfach drei Tage eher loszufahren und wie sich nachher herausstellen sollte war dies eine sehr gute Entscheidung.

Am Dienstag Abend den 21.06.05 ging es nach dem letzten Termin direkt Abends um 21.00 Uhr los. Die Autofahrt war sehr angenehm aufgrund des ausgeprägten Vollmondwetters.

Morgens um 9.00 Uhr am Mittwoch konnten wir bereits an Bord gehen. 

 

Zuerst wurde das Schiff gründlich geputzt und der Proviant eingekauft. Nachmittags hatten wir noch Besuch von Anne und Werner Stür sowie von Gerd Laatsch und Frank ievers, die das neue Schiff vom Frank gerade über den Golf Lion nach Ampuria gebracht haben.  

Abends fielen wir wie die Toten ins Bett und haben erst mal Schlaf nachgeholt.

Am Donnerstag war die Wettervorhersage mit Süd 3-4 für uns ideal und es hieß um 14.00 Uhr Leinen los. Zuerst brachte uns die Maschine bis aus der Landabdeckung, und bereits um 15.40 Uhr konnten wir alle Segel setzen und Kurs auf Korsika nehmen.

Bis auf kleine flaue Löcher mit Maschinenunterstützung konnten wir die Segel 48 Std auf einer Seite stehen lassen und zogen mit 4-6 Knoten gemächlich Richtung Osten.

Zahlreiche Delfinschulen haben uns die Zeit nicht langweilig werden lassen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wacheinteilung mit 2 Std hat sich wieder mal sehr gut bewährt. Bis auf leichte Müdigkeits Erscheinungen waren wir bei der Ankunft topfit.

Unseren ersten Zielhafen Calvi haben wir kurz entschlossen zugunsten einer herrlichen Ankerbucht verworfen. Wir wollten schließlich Natur und keine Touristischen Attraktionen.

Leider mussten wir uns aber gleich der Macht des Gesetzes beugen und auf freundliche Aufforderung unsere wunderschöne in einem Naturschutzgebiet liegende Bucht verlassen, da ein Übernachtliegen nicht erlaubt war. Der Wechsel in eine andere Bucht gestaltete sich wegen des mittlerweile fehlenden Tageslichtes ein bisschen schwierig aber nicht unmöglich.

 

Das morgendliche Bad und das Frühstück entschädigte uns jedoch reichlich.

Die folgenden Tage hangelten wir uns von Bucht zu Bucht bei idealem Traumwetter weiter nach Süden. Der erste Hafenbesuch sollte in Ajacio sein.

 

Diese große Stadt an der Westküste von Korsika hat uns sehr beeindruckt und wir haben meinen Geburtstag mit einer Zugfahrt durch die korsische Gebirgswelt gefeiert.

Während dieser Zeit hat ein Segelmacher unsere Segelkleider nach genäht deren Nähte sich vom UV Licht aufgelöst haben. Abends sind wir völlig geschafft nicht mehr in der Lage gewesen schön Essen zugehen, was wir dann lieber auf einen anderen Tag verschoben haben.

 

 

 

Am 29. 06.05 waren wir froh endlich wieder aufs Wasser zu können, da die Hitze im Hafen uns zu schaffen gemacht hat. >Um 11.00 Uhr ging es los Richtung nächster Ankerbucht, wo wir gegen 15.00 Uhr endlich wieder schwimmen konnten.

Die Bucht Campo Moro liegt herrlich an hinter einem Kapp und bietet guten Schutz, den wir am Abend auch gebrauchen konnten, weil sich ein Gewitter zusammengebraut hat. Unser Bügelanker konnte seine Qualität beweisen und wir haben uns die driftenden Jachten aus unserem geschützten Cockpit angesehen.

 

 

 

 

Der nächste Morgen war wieder mit herrlichem Sonnenschein und warmen Temperaturen gesegnet. Wir konnten uns wieder unserem Morgenbad hingeben

 

Da der Wetterbericht starke Westliche Winde angekündigt hat beschlossen wir nach Bonifazio zu segeln. Anfangs musste die Maschine noch mithelfen aber später liefen wir mit Genua herrlich vor dem Wind. Die See wurde immer höher und war zum Schluss vor der Einfahrt von Bonifazio sehr beeindruckend aber keineswegs beängstigend.

Die Hafeneinfahrt ist von außen kaum auszumachen aber an der Menge einlaufender Schiffe zu erkennen.

Im Handbuch war von schwierigen Bedingungen bei Starkwind die Rede, was wir auch beim Anlegen zu spüren bekamen. Aber viele helfende Hände haben uns in einen sehr sicheren Liegeplatz bugsiert.

 

 

Unsere Stegnachbarn fuhren unter US Flagge sprachen aber perfekt Deutsch sodas wir ins mit ihnen sehr gut unterhalten haben.

Der Wetterbericht brachte uns zu dem Entschluss zwei Tage liegen zu bleiben, was sich auch als sehr klug erwies denn am nächsten Tag orgelte es ganz schön in den Wanten. Ein Spaziergang oben auf die Kalksteinklippen zeigte uns die riesigen Wellen vor der Einfahrt.

Der Haven war komplett gefüllt, selbst die Mega Yachten haben Schutz gesucht.

Am 02.07. 05  konnten wir dann wieder auslaufen. Die See war immer noch ziemlich rau und vor allem vor den Klippen sorgten reflektierende Wellen für chaotische Schiffsbewegungen.

Lexi war ziemlich verängstigt, hat sich aber im Laufe der Überfahrt an die Bewegungen gewöhnt.

Anfangs haben wir den Besan als Stützsegel gesetzt. Aber im Laufe der Fahrt kam Wind auf und wir konnten mit Genua  und  Besan wunderbar segeln. Wir sind bis in die Madalena  Inselgruppe hineingesegelt und haben mit der Bucht Porto Palma auf der Insel Caprea eine wunderbare Bucht gefunden.

 

 Es dauerte nicht lange und unsere neuen Bekannten  Margret und Steve von der Joi liefen ebenfalls ein. Abends haben wir uns bei ein paar Bierchen sehr nett unterhalten, Die Einladung zum Gegenbesuch folgte auch auf dem Fuße.

Der nächte Tag war noch für die Islas Madalenas reserviert und wir suchten uns eine Bucht im Norden der Inseln aus auf der Isla St. Maria.

 

Hier nur 5 sm von der letzten Bucht entfernt fanden wir wahrhaft karibische Verhältnisse vor. Kristallklares Wasser und weißer Sand. Ein Schlauchboot Ausflug zwischen den Felsen in türkisfarbenem Wasser war die Krönung des Tages. Der Abend wurde mit Steves berühmtem original Amerikanischen Barbequ abgeschlossen. 

 

 

Am 04.07.05 hieß es leider Abschied nehmen von den schönen Islas Madalenas  Um 9.50 Uhr haben wir den Anker hochgenommen und sind abermals über die berühmt berüchtigte Staße von Bonifazio gesegelt, diesmal aber bei ganz leichtem Wind mit Motorunterstützung.

 

 

 

Teilweise konnte wir bei 10 Kn. Wind aus E auch segeln.

Als Ankerplatz haben wir uns wegen des Wetterberichtes eine nach NW geschützte Bucht unterhalb des Caps Ciappa ausgesucht wo aber bei dem noch vorherschenden SE leichter Schwell hereinsteht. Wir wollen erstmal abwarten ob der Wind zunimmt oder einschläft und uns dann entscheiden ob wir hier bleiben. Es gibt hier eine wunderschöne Ferienanlage mit Strandbars und kleinen Häuschen.

Zum Abend schleif der Wind ein aber ein leichter bis mittlerer Schwell hat uns noch ziemlich durchgeschaukelt.

Am nächsten Morgen ging es bei leichten Winden weiter Richtung Norden. Typische Mistral Wolken kündigten jedoch schon Wind an. gegen Mittag wehte es mit 30 Kn. aus West bis NW. Wir beschlossen in einer Ankerbucht nördlich von Porto Veccio Namens Anse de Favone abzuwarten. Der Wind ließ zwar nach aber ein Schwell aus Ost machte uns die Nacht zur Hölle. Nachts gegen 01.00 Uhr hatten wir die Nase voll und sind Anker auf gegangen und weiter nach Norden gelaufen. 

Ein wunderschöner Sonnenaufgang und schöner Segelwind haben uns für die Nacht entschädigt.

 

 

 

 

 

 

 Gegen 14. 00 Uhr sind wir in Bastia eingelaufen. Hier haben wir einen schönen Platz inter der Mole für viel Geld belegt und stellten fest, das uns die Hitze umbringt. Die Häuser um den alten Hafen sind erschreckend verfallen.Gegen Abend haben wir uns die schöne Altstadt angesehen und mal wieder Fisch gegessen.

Der Wetterbericht hat für die nächsten drei Tage wieder Mistral vorhergesagt und so haben wir beschlossen die Wartezeit mit einer Runde um Elba zu nutzen. Segelnderweise sind wir abends  am 07.07.05 in eine schöne Bocht an der Südseite den Golfo Dellacona eingelaufen und haben dort geankert. Da in der Nacht Schwell und Wind nicht einer Meinung waren wurden wir wieder einmal durchgeschaukelt und waren am Morgen froh endlich auslaufen zu können. Die Runde um Elba gestaltete sich mühsam. da der Wind um alle Kaps uns immer wieder auf die Nase geweht ist. Erst am Abend konnten wir mit raumem Wind in den wunderschönen Naturhafen Portoferraio einlaufen. Im Stadthafen haben uns selbsternannte Ormegatore das Anlegen verleidet und so sind wir vor Anker gegangen. Lexi musste zwar an Land gerudert werden aber sonnst liegt man dort viel besser.

Für weitere Erkundungen auf Elba blieb leider keine Zeit, da der Wetterbericht am 09.07.05 grünes Licht für die Überfahrt nach Frankreich gab. Anfangs blies uns ein raumer Wind  Richtung  Cap Corse aber mit zunehmender Entfernung vom Land ließ er immer mehr nach, sodas wir wieder den Motor zur Hilfe nehmen mussten. Bis zu Morgengrauen übernahm der Autopilot das steuern und wir hatten ruhige zwei Std. Wachen. Morgens war schon seit geraumer Zeit Wetterleuchten über der Küste zu sehen und gegen 8.00 Uhr hat uns dan eine Gewitterfront überrollt. Als Stützsegel haben wir den gerefften  Besan stehen lassen und wir waren froh über unser schützendes Dach. Der Regen nahm uns jegliche Sicht und auch auf dem Radar war außer Gewitterecho nichts zu erkennen.  Ein kleines Loch in der Regenwand hat uns eine Riesenfähre sichtbar gemacht und so hatten wir noch Zeit in respektvollem Abstand zu passieren. Nach der Gewitterfront kam ein handiger NE Wind auf uns so beschlossen wir noch bis St. Tropez  Wettweiterzusegeln.

Am Abend sind wir in die uns schon bekannte Anse de Canebierre eingelaufen und haben uns dort erstmal zwei Tage erholt.

 

  

 

Am 12.07.07 ging es weiter Richtung Ille de Hyere und am Nachmittag haben wir nochmal einen frischen Wetterbericht eingeholt.

Wir stellten fest, das uns nur ein kleines Wetterfenster für die Überquerung des Golf Lion zur Verfügung stand. So haben wir beschlossen direkt weiterzulaufen und Kurs auf Kap Creus an der Costa Brava anzulegen. 

Anfangs konnten wir hoch am Wind segeln aber wir mussten immer mehr abfallen so das wir die Maschine zur Unterstützung laufen ließen. So ging es die ganze Nacht hindurch und gegen Morgen schlief der Wind vollständig ein. Ein wunderschöner Sonnenaufgang und herrlicher Morgen hat uns für die rauhe Nacht entschädigt und wir beschlossen im Cockpit zu frühstücken. Lexi hatte die ganze Nacht in ihrer Hundehütte verbracht und wir haben sie mit Schwimmweste an Deck laufen lassen. Die See war mittlerweile vollkommen ruhig. Nachdem wir gefrühstückt hatten haben wir beratschlagt wo wir unseren schönen Törn abschließend feiern wollten.

 Zu diesem Zeitpunkt lief Lexi noch an Deck herum aber nach dem Tisch abräumen war sie plötzlich verschwunden.

Wir haben das ganze Schiff abgesucht aber sie war nirgends zu finden. Ein Blick zurück brachte auch kein Ergebniss. Also haben wir unser Schiff gewendet und sind auf dem gleichen Weg wieder zurückgefahren. Anne hat nach dem Kartenplotter die Spur zurück verfolgt und ich bin auf den Mast geklettert um bessere sicht zu haben. In der Ferne drehte ein Anglerboot auf unserer Kiellinie Kreise uns fischte etwas aus dem Wasser. Wir haben sofort über Funk versucht Kontakt aufzunehmen aber leider ohne Erfolg.

Das Boot kam zuerst in unsere Richtung, drehte dann aber ab und fuhr mit hoher Geschwindigkeit Richtung Bucht von Rosas.

Wir haben noch ca. 2 h weitergesucht aber außer Cola Dosen und Müll nichts gefunden.

Freunde von uns haben auf unseren Anruf sofort die Hafen und Polizeibehörden verständigt und die Häfen abgefahren. Leider ohne Erfolg. Wir sind sehr traurig dann in unseren Heimathafen gefahren und haben dort am 13.07.05 um 14.00 Uhr festgemacht 

Alle weiteren Bemühungen und Suche in allen Häfen hatten keinen Erfolg. So endete unser erster Probetörn sehr traurig. 

Noch ein ganzes Jahr haben wir gehofft unseren Hund wiederzufinden aber leider ist es nichts geworden.

Erst jetzt Anfang 07 kann ich mich aufraffen diese Geschichte fertigzuschreiben.

Wir haben 820sm ohne große Probleme zurückgelegt und sind mit unserem Schiff ein ganzes Stück vertrauter geworden.

 

Werner und Anne Overhaus unterwegs mit "sail away". e-mail