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Am 12.04.08 ist es soweit.

Um 9.00 Uhr legen wir ab und fahren flussabwärts nicht ohne uns mit dem Schiffshorn von den anderen verabschiedet zu haben. Einige werden wir vielleicht im Guadiana wiedertreffen.

Die Stromleitung verursacht uns diesmal nicht soviel Stress, da und der Hafenmeister noch mal bestätigt hat das die Höhe min. 19m über höchstem Wasserstand beträgt. Und wir haben noch fast Ebbe also ca. 2m mehr.

Einziges Problem ist die wimmernde akustische und optische Anzeige für den Oelstand und Ladekontrolle des Motors. Jetzt haben wir alles so gründlich gecheckt und es ist trotzdem noch ein Problem. Der Oeldruck ist konstant und die Batterien voll also vertagen wir das Problem  auf den Abend. Bei ruhigem Wetter motoren wir den Fluss hinunter und außer ein paar Mega Yachten die ordendlich Schwell verursachen sehen wir noch drei Frachter.

Abends suchen wir uns einen Ankerplatz nahe der Flussmündung  und haben dort eine sehr ruhige Nacht. Das Motorproblem ist auch gefunden, ein loses Kabel an der Lichtmaschine.

 

Der  nächste Tag bringt uns wieder auf den Atlantik und damit in endlich wieder klares Wasser. An der Stromkante des Flusses ist eine scharfe Abgrenzung zwischen brackig braun und dunkelgrün festzustellen. Mit dem klaren Wasser kommt auch Wind auf und wir können endlich mal wieder segeln. Schnell sind alle Segel gesetzt und wir laufen mit 4 Kn. gemütlich dahin. Bis zur Ankunft in Mazagon  frischt der Wind jedoch immer mehr auf und nach und nach bergen wir Groß, Besan und zum Schluss laufen wir unter Fock 6 Kn. Alles hoch am Wind. Vor der Marina von Mazagon finden wir einen sicheren und ruhigen Platz zum ankern.

Nachts bekommen wir Besuch von der Guardia Zivil. Sie leuchten unser Boot mit einem grellen Scheinwerfer ab und nachdem sie uns für harmlos befunden haben drehen sie ab und verschwinden. Man weiß nicht wie man sich da verhalten soll.

 

Am Montag müssen wir dann wieder motoren, das bisschen Wind kommt auch noch direkt von vorn. Wir machen absichtlich kleine Fahrt um nicht zu früh in Villa Real anzukommen. Die Einfahrt wird als recht flach beschrieben.

Als wir bei Ebbe und vollkommen ruhiger See die Einfahrt erreicht haben, laufen wir mit ganz langsamer Fahrt ein und haben keinerlei Grundberührung. Aber spannend war es schon.

Gegen 20.00 Uhr ankern wir etwas nördlich von Ayamonte der kleinen Stadt auf der Spanischen Seite des Guadiana.

 

Ein paar Tage liegen wir hier vor Anker und erkunden die Spanische sowie die Portugiesische Seite. Ayamonte ist ein schönes Städtchen mit einem Einkaufszentrum das viele kleine Läden aufweist. Das Portugiesische Gegenstück Villa Real ist nicht so groß macht aber einen sehr gemütlichen Eindruck obwohl hier wesentlich mehr Touristen anzutreffen sind. Wir finden eine Autotankstelle die endlich unsere deutschen Gasflaschen auffüllt und die großen Dicounter sind auch vertreten.

Das Wetter ist ungemütlich windig und besonders bei Strom gegen Wind wird unser Ankerplatz recht unruhig und so beschließen wir den Fluß noch ein paar Meilen hinaufzufahren.

 

Etwa in der Mitte des schiffbaren Teils finden wir einen schönen Ankerplatz vor einer kleinen Flussmündung. Am Nächsten Morgen ist unser Wassertank leer und wir trauen uns nicht bei dem braunen Wasser den Wassermacher zu starten. Etwas weiter flussaufwärts finden wir einen Anleger mit Wasser und Strom. Die Liegegebühr beträgt hier 7.50 Euro/ Tag.

Dort treffen wir Andrea und Siegfried aus Hamburg, die mit ihrem Katamaran an dieser Stelle schon ein Weilchen liegen. Bei Kaffee und Kuchen klönen wir ein wenig. Das schlechte Wetter veranlasst uns hier abzuwarten. Heftige Schauer und Gewitter gehen auf unser Schiff nieder, doch innen und in unserer Kuchenbude ist es sehr gemütlich.

 

Am Dienstag den 22. 04. geht’s es weiter nach Alcoutim . Ein kleines Dörfchen auf der portugiesischen Seite. Die idealen Bedingungen haben zahlreiche Yachtis veranlasst hier Anker zu werfen und zu verweilen. Die Lebenshaltungskosten sind umwerfend niedrig und in der Kneipe kostet eine Flasche Bier 0,60 € .  Am Ponton gibt es Strom und Wasser und Duschen sowie Toiletten sind ebenfalls neu errichtet worden. Das aus den Duschen nur kaltes Wasser kommt ist da eher ein kleines Problem. Man hat beim Bau halt vergessen, das Durchlauferhitzer auch ein wenig mehr Strom brauchen. Aber was solls.

 

Wir treffen hier viele alte Freunde. Ingeborg und Dierk von der Samira, Carol und John von der Taio, und Sheila und Roger von der Susanna.  Titch und Stella mit ihrem umgebauten Fischkutter haben wir in Gibraltar getroffen. Sie haben ihr Schiff soeben an einen Engländer verkauft und müssen es für ihn noch nach London bringen. Er will dort an Bord wohnen  und Titch ist ganz traurig das sein Schiff nun im Mudd endet.

Wir machen viele Ausflüge und Wanderungen in der Umgebung unter anderem nach Mertola im Norden. Es liegt auch am Guadiana  und ist ein sehr altes schönes Städtchen. Ein deutscher Segler hat sich tatsächlich bis an die Pier in Mertola gewagt. Der Fluß ist hier sehr flach und steinig. Leider treffen wir ihn nicht an.

Am 01.05 findet ein großes Volksfe st in Alcoutim statt. Mit Folklore und Tanz und natürlich gegrillten Sardinen. 6 Stck für 2.00 €  Wir verbringen dort den ganzen Tag  mit vielen anderen Seglern  und sind Abends ganz schön heiter.

Samstags findet ein Markt statt, der aus einem Gemüsehändler, einem Fleischhändler und manchmal einem Fischhändler besteht. Die Waren sind aber erstklassig und ausgesprochen preiswert. Im Anschluss treffen sich alle Segler zu einem Plausch in der Bar über dem Fluss.

Man kann schon verstehen, dass so viele hier für immer hängen bleiben.

 

Wir wollen das aber nicht und so heißt es am Dienstag den 06.05 Abschied nehmen.

Waren wir wirklich schon wieder zwei Wochen hier. Die Zeit verging wie im Flug.

Fluß abwärts machen wir noch mal bei Andrea und Siegfried Halt, da er uns noch Dichtungsmasse aus Villa Real mitbringen wollte. Das Wetter wird wieder schlecht und wir bleiben noch mal 5 Tage dort. Nicht nur weil wir Siegfrieds Auto leihen konnten um in Villa Real noch mal richtig einkaufen zu können. So bequem bekommen wir es so schnell nicht wieder.

 

Sonntags geht es aber endgültig weiter nach Villa Real und am Montag dann gleich weiter nach Faro.

Die Wetterfrösche hatten uns NW Wind 3-4 angesagt und wir haben uns schon auf einen schönen Segeltag gefreut. Doch man soll sich nicht zu früh freuen und so blies es uns wieder direkt auf die Nase allerdings mit schwachen 10 Kn. Da wir grundsätzlich das Kreuzen ablehnen ( Es bringt mit unserem Schiff nur Frust) wird mal wie der der Motor genutzt. Gegen  14.00 Uhr brist es schon wieder bis auf 20 knoten auf. Zum Schluss machen wir bei 23 Kn. Gegenwind und 2 Kn. Gegenstrom noch 2.5 Kn. über Grund. Wie ich das hasse, aber kurz vor dem Ziel dreht man auch nicht mehr um.

In der Einfahrt von Faro steht starker Schwell aber sie ist Gott sei Dank tief genug.

Um 17.15 Uhr fällt unser Anker hinter der Isla Culatra in ruhigem Wasser  auf 5m tiefen Sandgrund.

 

Hier liegen wir nun schon 10 Tage  Der Tiedenstrom ist nicht so stark hier und bei ruhigem Wetter ist  es ein Traumplatz wie in einer Lagune.

Doch auch hier will sich noch kein Sommerwetter einstellen. Der Wind weht ständig aus West und ist rel. kalt. So verbringen wir viel Zeit in unserer gemütlichen Kajüte. Wir nutzen unsere Sauna und wagen es dann auch schon mal ins noch sehr kalte Wasser zu tauchen.

Wir haben endlose Strandwanderungen  gemacht auf denen uns keine Menschenseele begegnet ist. Auch waren wir mit dem Beiboot in Olhao, einem kleinen Fischerdorf in der Nähe. Die Internetverbindung über W Lan  funktioniert hier über mehr als 3 km.  Und so nutze ich die Zeit unsere Website mal endlich wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

 

 

Am 30. 05 kommt Annes Tochter  Sabrina mit ihrem Freund nach Faro .  Sie hat ihre Prüfung als Steuerfachkraft  bestand en und wir freuen uns schon sie wieder zu treffen.

Um sie abholen zu können wollen wir nach Villamoura in die Marina gehen.

 

Der Trip nach Villamoura beschert uns endlich mal schönes Atlantiksegeln bei 3-4 Bf.

Villamoura ist eine noble und nicht ganz billige Marina mit allem was das Herz begehrt. Rundum liegen Bars und Shops aller Coleur. Die Abende sind recht lebhaft aber die Nächte Gott sei Dank ruhig.

 

Für Sabrina und ihren Freund ist das genau das Richtige.

 

Wir unternehmen gemeinsam Ausflüge mit dem Mietwagen und lassen es uns am Strand gut gehen. Unter anderem fahren wir zum äußersten Ende von Portugal und besuchen die letzte Bratwurstbude vor Amerika.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es ist eine schöne Zeit mit den beiden und Anne sowie auch ich sind traurig, dass sie schon so bald wieder abreisen müssen. Alle Gute ihr zwei und bis bald.

 

 

Werner und Anne Overhaus unterwegs mit "sail away". e-mail